Die Geschichte des

Kärntner Obstbaues

Unser Apfel gehört zur Familie der Rosengewächse. Er soll einer Kreuzung des Holzapfels mit dem Zwergapfel entstammen. Die ursprüngliche Heimat ist Kleinasien und der Kaukasus. Die alten Griechen brachten aus Persien einige Obstarten in ihr Land.
Von dort aus gelangte der Apfel nach Italien. Durch die Feldzüge der Römer kam er ins heutige Österreich. Besondere Bedeutung bei der Kultivierung in Frühzeiten des Obstbaues kommt den Klöstern zu.

Bis etwa 1840 wurde Obst vorwiegend zum Frischgenuss und als Dörrobst geschätzt. Als Getränk verwendete man auch in Kärnten Wein aus Trauben.
In dieser Zeit richtete die Reblaus großen Schaden an Rebkulturen an. Es wurde überliefert, dass vor allem die Franzosen, die durch die Feldzüge Napoleons bei uns einmarschierten mit den hier vorgefundenen Traubenweinen nichts anzufangen wussten, so wurde seit damals Wein aus Obst hergestellt, der besser mundete.

Die Hochblüte der Obstweinproduktion war um 1900. Im Lavanttaler Obstbaumuseum, im Kompetenzzentrum Zogglhof, ist auch dokumentiert, dass vor allem in der Zwischenkriegszeit und noch nach dem Zweiten Weltkrieg Obstwein aus dem Lavanttal auch in die aufstrebende Industrieregion der Obersteiermark und bis nach Wien geliefert wurde.

Absoluter Tiefpunkt in der Historie der Obstweine war zwischen 1958 bis ca. 1970. Das Produkt hatte keine Bedeutung mehr, es wurde nur mehr von jenen konsumiert, die kein Geld hatten („Arme Leute Getränk“). Dementsprechend verkommen war auch die Qualität des Produktes.

Ab 1970 begann man sich erst wieder des besonderen Wertes dieses traditionellen Kärntner Produktes zu entsinnen. Seit 1995 produzieren die Mostbarkeiten neben den traditionellen Weinen aus einem Obstsortengemisch auch sortenreine Apfelweine, welche immer größeren Zuspruch erhalten.

Auch Obstweingebiete in der Steiermark, wie auch in Ober- und Niederösterreich folgten unserem Schritt hin zur sortenreinen Produktion.

Apfel aufgeschnitten
Apfel